
Für Eltern
Die Fragen, die Eltern uns an der Strecke am häufigsten stellen. Unsere Antworten kommen aus eigener Erfahrung, nicht aus dem Lehrbuch.
Der Weg nach Alter
Ab 2 Jahren
Motorradsport beginnt im Laufradalter. Inzwischen gibt es elektrische Laufräder, die Kindern einen Riesenspaß machen und das Gleichgewicht enorm fördern. Davon profitiert nicht nur der Motorsport, sondern die ganze motorische Entwicklung.
Ab 3 Jahren
Valentin hat mit drei Jahren Fahrradfahren gelernt, einen Monat später fuhr er schon Pocketbike ohne Stützräder. Das Pocketbike war auf Schrittgeschwindigkeit gedrosselt, sodass Papa bequem nebenherlaufen und ihn stützen konnte. Gut geeignet sind auch elektrische Kindermotorräder wie ein Oset: Sie sind leise und machen Kindern keine Angst. Man kann am Sonntag im Garten üben, ohne die Nachbarn zu verärgern, und umweltfreundlich sind sie auch.
Ab 4 Jahren
Mit vier empfehlen wir, wie bei Valentin, eine Yamaha PW50. Sie wird seit den Achtzigern für kleine Kinder gebaut, ist extrem robust, einfach zu bedienen und lässt sich drosseln. Motocross ist für den Anfang oft leichter umzusetzen als Straßenrennsport, weil eine Strecke meist in der Nähe ist. Es ist eine gute Schule fürs Fahrgefühl, und wenn Kinder zum ersten Mal über kleine Hügel springen, ist die Begeisterung riesig.
Ab 6 Jahren
Im ADAC Pocketbike Cup sammeln Kinder ab sechs Jahren ihre ersten Rennerfahrungen. Dafür braucht man eine Rennlizenz, passende Schutzkleidung und ein regelkonformes Pocketbike von Polini mit 40 Kubikzentimetern.



Die häufigsten Fragen
Fürs erste Üben auf dem Parkplatz reichen Helm, Knie- und Ellbogenschützer, Handschuhe und feste Schuhe. Die Geschwindigkeiten sind am Anfang so niedrig, dass es vor allem darum geht, sich beim Umkippen nicht aufzuschürfen. Für das Pocketbike gibt es günstige Einsteiger-Rennanzüge. Geht es an Rennen, sind eine Kinder-Lederkombi mit Rückenprotektor, Rennhandschuhe und Pocketbike-Stiefel Pflicht. Vieles davon findet man gebraucht.
Ein gebrauchtes Pocketbike oder eine gebrauchte PW50 bekommt man für unter 1.000 Euro. Dazu kommt die Ausrüstung, die es oft ebenfalls gebraucht gibt. Richtig ins Geld gehen erst Rennen, Reisen und regelmäßiges Training.
Wenn es wirklich an Rennen geht, bekommt man die Lizenz unkompliziert und günstig beim DMSB, dem Deutschen Motor Sport Bund.
Ehrlich gesagt: Als Eltern fährt man permanent Achterbahn zwischen Stolz und nackter Angst. Je besser und schneller das Kind wird, umso stolzer ist man. Gleichzeitig kommen die ersten kleinen Stürze und die ersten Tränen, und man zuckt bei jedem Wackler zusammen. Die Kunst ist der Spagat: Kindern die Freiheit lassen, Neues auszuprobieren, und sie an übermotivierten Tagen auch mal bremsen. Gute Schutzkleidung, gedrosselte Motorräder am Anfang und abgesperrte Strecken helfen dabei sehr.
So viel Spaß Motorradfahren macht, Schule ist genauso wichtig. Das ist nicht immer leicht, weil das Hobby viel Zeit kostet. Wir nutzen deshalb die Fahrten zur Rennstrecke für die Hausaufgaben, manchmal sogar die Pausen an der Strecke. Für die Rennen im ADAC Mini Bike Cup können Kinder am Freitag vom Unterricht befreit werden, denn Motorsport gilt als Leistungssport. Der Verband stellt dafür eine Bescheinigung aus, die Schule genehmigt den Antrag. Bei uns hat das bisher immer problemlos geklappt.
In der Region gibt es mehrere Strecken, zum Beispiel beim AMC Memmingen und in Bopfingen.
Zum AMC Memmingen →Kindertraining in Memmingen
In den Sommermonaten organisieren wir alle drei Wochen ein Kindertraining beim AMC Memmingen. Neugierige Kinder können dort vorsichtig ausprobieren, Anfänger bekommen die Strecke auch mal ganz für sich, um in Ruhe und sicher zu üben. Die Eltern stehen als Streckenposten und passen auf.
Ein eigenes Motorrad und Ausrüstung sind von Vorteil, aber kein Muss. Es sind immer Familien mit mehreren Motorrädern da. So können Kinder ihre ersten Versuche machen, ohne dass gleich etwas gekauft werden muss. In Bopfingen ist das Gleiche geplant.

Unser wichtigster Tipp: Kinder lernen über Spaß, nicht über Druck. Sie sollen das Motorrad spielerisch bewegen, die Ergebnisse kommen dann von allein.